Redaktioneller Reiseführer · Liguria

Die schönsten Dörfer Liguriens: wie du wählst und wie du hinkommst

Entdecke die ligurischen Dörfer, Orte voller Geschichte, faszinierender Architektur und lokaler Traditionen. Eine Reise zwischen Kultur und landschaftlicher Schönheit.

SoggiornaQui-Redaktion · veröffentlicht am 23. Juli 2026 · aktualisiert am 2. August 2026

Die schönsten Dörfer Liguriens: wie du wählst und wie du hinkommst

"Das schönste" ist von Mensch zu Mensch verschieden. Was sich dagegen ganz konkret unterscheidet und was du vor der Abreise wissen solltest, ist etwas anderes: wie leicht du hinkommst, wie viel Steigung und wie viele Treppen dich erwarten und ob das Dorf in zwei Stunden besichtigt ist oder einen längeren Aufenthalt verdient.

Hier findest du fünf ligurische Dörfer, die sich deutlich voneinander unterscheiden, mit dem praktischen Teil im Vordergrund. Es sind jene, zu denen wir bereits eine geprüfte ausführliche Guide haben: Uns ist es lieber, wenige Orte gut zu beschreiben, als zwanzig aufzuzählen, ohne zu sagen, wie man hinkommt.

Kurz gefasst: welches du wählst

  • Vernazza — Cinque Terre (SP). Du kommst mit dem Zug an, der Bahnhof liegt im Ort. Zu bedenken: großer Andrang in der Hochsaison.
  • Tellaro — Golf der Poeten (SP). Kein Bahnhof, die Anfahrt erfolgt über Lerici. Zu bedenken: Treppen und sehr enge Gassen.
  • Cervo — Riviera dei Fiori (IM). Bahnhof etwa 4 km entfernt, dann Bus oder Taxi. Zu bedenken: der Ort liegt vollständig am Hang.
  • Dolceacqua — Val Nervia (IM). Hinterland, kein Bahnhof. Zu bedenken: senkrechte Gassen und Treppen.
  • Apricale — Val Nervia (IM). Hinterland, kein Bahnhof. Zu bedenken: auf einem Hang erbaut.

Vernazza: das einzige, das du wirklich ohne Auto erreichst

Vernazza ist eines der fünf Dörfer der Cinque Terre und hat einen Bahnhof an der Küstenlinie: Der Zug ist normalerweise das praktischste Verkehrsmittel, um sich zwischen den Dörfern zu bewegen, und für Vernazza ist er zugleich der einfachste Weg der Anreise.

Es ist die richtige Wahl, wenn du kein Auto hast oder dich nicht mit Parkplätzen herumschlagen willst. Im Gegenzug ist es auch der belebteste der fünf hier genannten Orte, besonders in der Hochsaison.

Der Nationalpark bietet Touristenkarten an, die je nach Version die Züge auf der Strecke und den Zugang zu den kostenpflichtigen Wanderwegen einschließen: Preise und Versionen ändern sich von Saison zu Saison und sind deshalb vor der Abreise zu prüfen.

Cinque Terre mit dem Zug

Tellaro: das Dorf auf den Felsen, dem man mit Respekt begegnet

Tellaro ist auf die Felsen gebaut, mit bunten Häusern, Treppen und engen Durchgängen, die zum Meer hinunterführen. Es hat keinen Bahnhof: Man erreicht es von Lerici aus, entlang der Küste des Golfs der Poeten.

Zwei Dinge vorab: Viele Gassen führen unmittelbar an Türen und Fenstern bewohnter Häuser vorbei, der Besuch verlangt also Zurückhaltung; und erwarte keinen großen Ortsstrand, denn den gibt es nicht.

Es ist das passendste Dorf, wenn du Atmosphäre und Ausblicke suchst, und das am wenigsten passende, wenn du bequeme Wege brauchst.

Lerici und Tellaro: eine Route im Golf der Poeten

Cervo: schön, aber durchweg bergauf

Cervo ist ein historischer Ort, der sich senkrecht über der Aurelia erhebt. Die Altstadt ist für den normalen Verkehr nicht geeignet: Man parkt im unteren Teil und geht zu Fuß hinauf.

  • Mit dem Auto: Die Gemeinde nennt die Autobahnausfahrt San Bartolomeo al Mare, danach die Aurelia Richtung Genua. In der Hochsaison kann der Küstenverkehr bremsen.
  • Mit dem Zug: Der von der Gemeinde angegebene Bezugsbahnhof ist Diano, etwa vier Kilometer entfernt, danach Bus oder Taxi. Prüfe Fahrpläne und Anschlüsse, besonders abends.
  • Gepäck: Wenn du im oberen Ortsteil übernachtest, frag vorher nach, wie viele Treppen es sind und wo ein Fahrzeug legal halten darf.

Parkflächen und Regelungen ändern sich: Frag am besten in deiner Unterkunft nach, wo du das Auto abstellst und wie viele Höhenmeter zu Fuß bleiben.

Anreise nach Cervo und Parken · Guide zu Cervo

Dolceacqua: die Brücke, das Schloss und der Aufstieg

Dolceacqua liegt im Hinterland des ligurischen Westens, im Nervia-Tal. Die Steinbrücke über den Nervia verbindet den modernen Teil mit dem historischen Kern, über dem das Schloss der Doria aufragt, und ist mit den Bildern verbunden, die Claude Monet während seines Aufenthalts in der Gegend malte.

Der alte Ortskern entwickelt sich in die Senkrechte: Bögen, Durchgänge und Treppen. Einige Abschnitte können bei Regen rutschig werden, bei unsicherem Wetter sind also geeignete Schuhe nötig.

Öffnungszeiten, Eintrittskarten und Veranstaltungen des Schlosses sind anhand der offiziellen Informationen zu prüfen: Eine laufende Veranstaltung kann Zugänge und Wege verändern.

Das Tal ist mit dem Rossese di Dolceacqua verbunden, dem DOC-Wein der Gegend: Verkostungen finden bei zugelassenen Betrieben und Anbietern statt, und wer fährt, plant entsprechend.

Dolceacqua und das Nervia-Tal: Dörfer, Schloss und Monet-Brücke

Apricale: der Stein am Hang

Apricale ist an den Hang gebaut, ganz aus Stein, mit Platz, Gassen, dem Castello della Lucertola und über den Ort verteilten Kunstwerken: eine andere Atmosphäre als in Dolceacqua, obwohl die beiden Orte nah beieinander liegen.

Man kann sie am selben Tag mit dem Auto besuchen, sollte aber nicht zu viele weitere Stationen hinzunehmen: Beide sind Orte, die man zu Fuß und bergauf erkundet.

Im selben Tal liegt auch Pigna, bekannt für die Kirche San Michele Arcangelo und für die örtliche weiße Bohne.

Wann du fahren solltest

Es gibt keine für alle gleich "richtige" Jahreszeit:

  • Frühling und Frühherbst sind für die Dörfer am Hang (Cervo, Dolceacqua, Apricale) am angenehmsten: weniger Hitze beim Aufstieg und weniger Andrang.
  • Der Sommer ist sinnvoll, wenn das Meer Teil der Reise ist, aber rechne mit Küstenverkehr und schwierigeren Parkplätzen.
  • Bei Regen werden die Steingassen rutschig: Dann sind Vernazza und Lerici, die besser angebunden sind, ein einfacherer Ausweg als die Dörfer im Hinterland.

Was du vor der Abreise prüfen solltest

Diese Angaben ändern sich von Saison zu Saison, und wir geben sie nicht als feststehend aus:

  • Öffnungszeiten und Eintrittskarten von Schlössern, Kirchen und Museen;
  • Preise und Versionen der Touristenkarten des Nationalparks Cinque Terre;
  • Parkflächen, Regelungen und Kosten;
  • Fahrpläne und Anschlüsse von Zügen und Bussen, besonders abends;
  • die tatsächliche Barrierefreiheit der Wege, wenn du mit Kinderwagen reist oder in der Bewegung eingeschränkt bist: Fast alle diese Dörfer haben Treppen und Steigungen, und "barrierefrei" ist im Einzelfall zu prüfen und nicht vorauszusetzen.

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