Zwei Tage in Genua reichen, unter einer Bedingung: am zweiten Tag eine Wahl treffen, statt zu versuchen, alles unterzubringen. Das ist der Fehler, der hier die meisten Routen ruiniert, und es geht nicht ums Tempo: Der Porto Antico und die Ostküste liegen auf entgegengesetzten Seiten, und jeder braucht einen halben Tag, um nicht zur Hetze zu werden.
Der erste Tag entscheidet sich dagegen von selbst.
Tag 1 — Die Altstadt
Vormittag: von De Ferrari in die Carruggi
Start ist die Piazza De Ferrari mit der Metro und dem Palazzo Ducale samt seinen Ausstellungen, dann weiter zur Kathedrale San Lorenzo: schwarz-weiß gestreifte Fassade, Glockenturm von 1522. Drinnen die Granate von 381 Millimetern, die am 9. Februar 1941 das Dach durchschlug, auf dem Boden abprallte und nicht explodierte.
Dann hinein in die Carruggi, das größte Labyrinth Europas, das man durch Umherlaufen besichtigt und nicht durch Abarbeiten einer Liste. Richtung Piazza Banchi erreicht man die Grenze zum Hafen.
Nachmittag: Via Garibaldi und die Rolli
Die Via Garibaldi ist die Strada Nuova, wo die repräsentativsten Paläste des Rolli-Systems stehen — 2006 von der UNESCO eingetragen, zweiundvierzig Paläste. Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Doria-Tursi bilden die Musei di Strada Nuova, und im Doria-Tursi liegt Paganinis Geige il Cannone.
Achtung auf das, was Nachmittage kostet: Die Rolli sind nicht alle gleich zu besichtigen. Einige sind Museen, andere Banken und Büros, wo man nur den Innenhof sieht, wieder andere Privatwohnungen, die nur zu besonderen Anlässen öffnen. Die Einzelheiten stehen im Führer zur Altstadt und den Rolli.
Abend: Castelletto
Zum Abschluss hinauf zur Spianata Castelletto mit dem öffentlichen Aufzug von 1909, 45 Sekunden. Bei Sonnenuntergang sieht man alles, was man tagsüber gelaufen ist, und die Stadt hört auf, wie ein Labyrinth auszusehen.
Tag 2 — Die Wahl
Variante A: der Porto Antico
Das Aquarium gehört zu den größten Europas: über 70 nachgebaute Lebensräume, mehr als 12.000 Tiere aus rund 400 Arten. Rechnen Sie mit dem größten Teil des Vormittags und gehen Sie zur Öffnung hinein.
Im selben Bereich liegen Biosfera und Bigo von Renzo Piano, und etwas weiter das Schifffahrtsmuseum Galata mit dem U-Boot Nazario Sauro, dem einzigen italienischen U-Boot, das im Wasser besichtigt werden kann.
Das ist der richtige Tag mit Kindern — siehe Genua mit Kindern — und bei Regen, weil alles drinnen ist.
Variante B: das Meer im Osten
Das andere Genua. Man geht den Corso Italia bis Boccadasse, das Fischerdorf mit den pastellfarbenen Häusern und dem kleinen Kiesstrand, und wenn es voll ist weiter bis Vernazzola, die Version, die die Einheimischen wählen.
Oder man nimmt den Nahverkehrszug und steigt in Nervi aus: die Passeggiata Anita Garibaldi, fast zwei Kilometer am Meer bis Capolungo, die Parks mit 92.000 Quadratmetern Grün und vier Museen auf einem Quadratkilometer.
Das ist der richtige Tag bei schönem Wetter und für alle, die genug Museen gesehen haben. Die Einzelheiten stehen im Führer zum Meer von Genua.
Wie man wählt
- Regen? Porto Antico, ohne nachzudenken.
- Kinder dabei? Porto Antico.
- Schöner Tag und schon einmal in der Stadt gewesen? Der Osten.
- Erstes Mal in Genua, Erwachsene, schönes Wetter? Vormittags der Osten, und wenn Zeit bleibt nachmittags das Galata: den Porto Antico durchquert man auf dem Rückweg ohnehin.
Wenn ein halber Tag übrig bleibt
Die Lanterna ist mit 77 Metern der höchste Leuchtturm des Mittelmeers und einer der ältesten weltweit, die noch in Betrieb sind: Der älteste Teil stammt von 1128. Sie liegt abseits der üblichen Runde, und genau deshalb ist sie eine gute Idee für einen dritten halben Tag.
Was man weglässt
Mit zwei Tagen macht man nicht Aquarium und Osten zusammen, betritt nicht mehr als zwei oder drei Paläste und schafft nicht Nervi und die Lanterna. Wer es versucht, fährt heim, nachdem er vieles in Eile und nichts richtig gesehen hat — was in Genua schlimmer ist als anderswo, denn es ist eine Stadt, die man durch Hindurchgehen versteht, nicht durch Abhaken.
Häufige Fragen
Reichen zwei Tage für Genua?
Ja, wenn man am zweiten Tag zwischen Porto Antico und dem Meer im Osten wählt, statt beides zu machen. Der erste Tag reicht für die Altstadt, die Via Garibaldi und den Sonnenuntergang von Castelletto.
Was sieht man in Genua in zwei Tagen?
Tag eins: Piazza De Ferrari, Palazzo Ducale, Kathedrale San Lorenzo, die Carruggi, Via Garibaldi mit den Musei di Strada Nuova und der Aufstieg nach Castelletto. Tag zwei nach Wahl: Aquarium und Porto Antico oder Boccadasse und Nervi.
Lieber das Aquarium oder das Meer im Osten?
Das hängt von Wetter und Reisegruppe ab: Porto Antico bei Regen oder mit Kindern, der Osten bei schönem Wetter und wenn es nicht der erste Besuch ist. Beides an einem Tag heißt, beides schlecht zu machen.
Wie lange braucht man für das Aquarium von Genua?
Den größten Teil des Vormittags, und mit kleinen Kindern geht man besser zur Öffnung: Der Rundgang führt durch über 70 nachgebaute Lebensräume mit mehr als 12.000 Tieren.
Was macht man in Genua an zwei Tagen bei Regen?
Der erste Tag bleibt fast gleich — Palazzo Ducale, San Lorenzo und die Musei di Strada Nuova sind drinnen — und der zweite gehört dem Porto Antico: Aquarium, Biosfera und Galata. Nur Vorsicht: Die Steingassen werden rutschig.
Braucht man für zwei Tage in Genua ein Auto?
Nein, es ist hinderlich. Metro, Nahverkehrszüge, öffentliche Aufzüge und Standseilbahnen decken die ganze Route ab: siehe Genua ohne Auto.
